Musselin
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Musselin online kaufen

Musselin nähen und verarbeiten

Aufgrund der lockeren Textur neigt der Stoff in besonderer Weise zum Einlaufen. Musselin kaufen Sie in den allermeisten Fällen zwar bereits vorgewaschen, trotzdem sollte er vor dem Nähen zur Sicherheit nochmals gewaschen werden. Beim Stoff Kaufen rechnen Sie also am besten immer ein paar Zentimeter dazu.

Ansonsten ist Musselintuch wunderbar leicht zu verarbeiten. Die besonders feinen Varianten erfordern Nadelstärken zwischen 60 und 70 NM, bei den gröberen dürfen es 70 bis 90 NM sein.

Die Nähte müssen genauso leicht und frei sein, wie der Stoff selbst. Am besten eignen sich einfache Stiche zwischen 3 und 3,5 cm. Musselin kann komplett mit einer Overlock Maschine verarbeitet werden. Beim Nähen darf der zarte Stoff nicht gezogen oder gedehnt werden, sondern muss ganz locker durch die Maschine laufen. Die Säume können offen verarbeitet oder mit einem leichten Overlockstich eingefasst werden. Wen der Crinkle-Effekt bei der Arbeit stört, kann diesen auch ganz einfach ausbügeln. Nach dem Waschen oder sobald er durch Regen oder Schweiß feucht wird, wellt sich der Stoff wieder.

Musselin ist in der Regel sehr pflegeleicht und wird in der Waschmaschine bei 30 °C gewaschen. In den Trockner sollte er allerdings nicht. Besser trocknet er liegend in der Luft und wird dazu vorher leicht in Form gezogen. Wäscheklammern können auf dem Stoff unschöne Abdrücke hinterlassen.

 

Zur Geschichte des Musselins

Musselin Stoff stammt aus dem vorderen Orient. Der Name geht auf die nordirakischen Stadt Mosul zurück. Gelegentlich finden sich auch die Schreibweisen Mousselin oder Mousseline. Ganz andere Bezeichnungen für das feine, weiche Baumwollgewebe sind Muslinet, Milaine, Lainette, Chaly, Chalinet, Vapeur, Zephir, Doreas oder Onris.

Später tauchte der Stoff auch in Frankreich auf. Im Laufe des 17. Jahrhundert wurden sehr weite, aufwendige und kaskadenartige Musselin Kleider gefertigt. Im 18. und 19. Jahrhundert dagegen diente der Stoff für Kleider im Empire oder klassisch griechischen Stil. Anfangs mit orientalischen Mustern und Ornamenten bedruckt, war er bald fast ausschließlich in reinem Weiß gefragt. Das feine Stöffchen kam bei den Damen vergangener Jahrhunderte so gut an, dass sie auch in der kalten Jahreszeit keinesfalls auf ihre Musselin Mode verzichten wollten. Kurzerhand trugen sie Musselin Kleider auch im Winter und wurden nicht selten krank. Erkältungskrankheiten aller Art trugen daher zeitweise den Beinamen „Musselinkrankheit“.

In der Küche fanden Musselinbeutel als Bouquet-Säckchen Verwendung. Käsetücher und besonders feine Geschirrtücher sind bis heute aus diesem Stoff. Ein Geheimtipp ist Musselintuch zum hochglänzenden Polieren von Geschirr und Kristallgläsern. Musselintücher sind extrem saugfähig, das weiche Gewebe schont edles Glas und nimmt Kalkflecken zuverlässig auf.

 

Die Herstellung

Musselin Stoff wird klassisch aus reiner Baumwolle gewebt. Die typische Leinwandbindung ist die ursprünglichste aller Webarten. Kett- und Schussfäden werden dabei parallel verlaufend, gleichmäßig über- und untereinander zu einem klaren Schachbrettmuster verwebt. Es entsteht ein bindungsgleicher Stoff, was bedeutet, dass Vorder- und Rückseite des Stoffes nahezu identisch aussehen. Die Webart ist zudem extrem haltbar und trotzdem flexibel, solange die Fäden nicht zu eng gelegt werden. Im Musselingewebe liegen die Fäden sehr locker und frei, was den besonderen Charme des Stoffes ausmacht. Zusätzliche Bindung entsteht durch die nicht ganz glatten Fäden, deren Fasern sich verketten. Das Gewebe ist dicht und dennoch sehr fluffig. Durch die leicht filzige Bindung der Fäden sind die Schnittkanten sehr beständig. Musselintücher können sehr gut ohne Saum gefertigt werden.

 

Das Aussehen

Die Fäden des Stoffes werden leicht gedreht und angeraut, wodurch die gewellte Oberfläche und der Crinkle-Effekt entstehen. Außerdem kann der Stoff, je nach Qualität und Ausgangsmaterial, kleine Knötchen und leicht filzig erscheinende Oberflächen-Strukturen aufweisen. Das gehört zum typischen Erscheinungsbild und wirkt in der Regel trotzdem sehr fein und dezent. Musselintuch hat einen angenehm weichen und vollen Griff. Ähnlich ist die Double Gaze, eine asiatische Variante, die insgesamt etwas glatter oder härter ist. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass Double Gaze nicht ganz bindungsgleich ist. Im Handel werden beide Bezeichnungen oft nebeneinander für ein und dasselbe Produkt genannt. Die einfache Gaze oder auch Mull ist wieder ein anderer Stoff. Aus ihm werden Verbandmaterial, Mullbinden und Stoff-Windeln hergestellt.

 

Materialvarianten und Farben

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird dem Musselinstoff gern ein Anteil Viskose beigemengt. Die Viskose trägt zu einer zusätzlichen Verfeinerung bei, macht den Stoff weicher und verleiht ihm einen zarten Glanz. Mischgewebe fallen zudem etwas klarer und pludern nicht ganz so stark auf, wie der reine Baumwoll Musselin. Wer lange Kleider oder Röcke nähen möchte, greift also besser zu einer Mischfaser.

Relativ neu ist bei uns in Europa der Bambus Musselinstoff. In Asien wird die Bambuspflanze seit alters her zur Fasergewinnung genutzt. Bambus Stoffe verfügen, wie die Ausgangspflanze, über extrem stabile und biegbare Fasern. Zudem haben diese Gewebe ein sehr dünnes und feines Aussehen, sind zudem besonders hautverträglich und Temperatur ausgleichend.

Eine weitere Variante wird aus reiner Seide gefertigt. Seiden Musselin ist jedoch sehr selten und im normalen Handel kaum anzutreffen.

Musselin Stoffe gibt es in vielen schönen Farben, uni, gestreift oder gemustert. Wer es bunt mag, kann selbst zu intensiven Farbe greifen. Selten wirkt dieser Stoff aufdringlich. Im Gegenteil, die Farbtiefe kommt immer sehr dezent und edel daher. Helle Pastelltöne können jederzeit gut mit gelben oder roten Musselin Stoffen kombiniert werden. Zudem können Sie im gut sortierten Fachhandel auch Stoffe kaufen, die lustig bedruckt sind oder die klassischen Muster des Orients aufweisen.

 

 

Musselin nähen und verarbeiten Aufgrund der lockeren Textur neigt der Stoff in besonderer Weise zum Einlaufen. Musselin kaufen Sie in den allermeisten Fällen zwar bereits vorgewaschen,... mehr erfahren »
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Musselin nähen und verarbeiten

Aufgrund der lockeren Textur neigt der Stoff in besonderer Weise zum Einlaufen. Musselin kaufen Sie in den allermeisten Fällen zwar bereits vorgewaschen, trotzdem sollte er vor dem Nähen zur Sicherheit nochmals gewaschen werden. Beim Stoff Kaufen rechnen Sie also am besten immer ein paar Zentimeter dazu.

Ansonsten ist Musselintuch wunderbar leicht zu verarbeiten. Die besonders feinen Varianten erfordern Nadelstärken zwischen 60 und 70 NM, bei den gröberen dürfen es 70 bis 90 NM sein.

Die Nähte müssen genauso leicht und frei sein, wie der Stoff selbst. Am besten eignen sich einfache Stiche zwischen 3 und 3,5 cm. Musselin kann komplett mit einer Overlock Maschine verarbeitet werden. Beim Nähen darf der zarte Stoff nicht gezogen oder gedehnt werden, sondern muss ganz locker durch die Maschine laufen. Die Säume können offen verarbeitet oder mit einem leichten Overlockstich eingefasst werden. Wen der Crinkle-Effekt bei der Arbeit stört, kann diesen auch ganz einfach ausbügeln. Nach dem Waschen oder sobald er durch Regen oder Schweiß feucht wird, wellt sich der Stoff wieder.

Musselin ist in der Regel sehr pflegeleicht und wird in der Waschmaschine bei 30 °C gewaschen. In den Trockner sollte er allerdings nicht. Besser trocknet er liegend in der Luft und wird dazu vorher leicht in Form gezogen. Wäscheklammern können auf dem Stoff unschöne Abdrücke hinterlassen.

 

Zur Geschichte des Musselins

Musselin Stoff stammt aus dem vorderen Orient. Der Name geht auf die nordirakischen Stadt Mosul zurück. Gelegentlich finden sich auch die Schreibweisen Mousselin oder Mousseline. Ganz andere Bezeichnungen für das feine, weiche Baumwollgewebe sind Muslinet, Milaine, Lainette, Chaly, Chalinet, Vapeur, Zephir, Doreas oder Onris.

Später tauchte der Stoff auch in Frankreich auf. Im Laufe des 17. Jahrhundert wurden sehr weite, aufwendige und kaskadenartige Musselin Kleider gefertigt. Im 18. und 19. Jahrhundert dagegen diente der Stoff für Kleider im Empire oder klassisch griechischen Stil. Anfangs mit orientalischen Mustern und Ornamenten bedruckt, war er bald fast ausschließlich in reinem Weiß gefragt. Das feine Stöffchen kam bei den Damen vergangener Jahrhunderte so gut an, dass sie auch in der kalten Jahreszeit keinesfalls auf ihre Musselin Mode verzichten wollten. Kurzerhand trugen sie Musselin Kleider auch im Winter und wurden nicht selten krank. Erkältungskrankheiten aller Art trugen daher zeitweise den Beinamen „Musselinkrankheit“.

In der Küche fanden Musselinbeutel als Bouquet-Säckchen Verwendung. Käsetücher und besonders feine Geschirrtücher sind bis heute aus diesem Stoff. Ein Geheimtipp ist Musselintuch zum hochglänzenden Polieren von Geschirr und Kristallgläsern. Musselintücher sind extrem saugfähig, das weiche Gewebe schont edles Glas und nimmt Kalkflecken zuverlässig auf.

 

Die Herstellung

Musselin Stoff wird klassisch aus reiner Baumwolle gewebt. Die typische Leinwandbindung ist die ursprünglichste aller Webarten. Kett- und Schussfäden werden dabei parallel verlaufend, gleichmäßig über- und untereinander zu einem klaren Schachbrettmuster verwebt. Es entsteht ein bindungsgleicher Stoff, was bedeutet, dass Vorder- und Rückseite des Stoffes nahezu identisch aussehen. Die Webart ist zudem extrem haltbar und trotzdem flexibel, solange die Fäden nicht zu eng gelegt werden. Im Musselingewebe liegen die Fäden sehr locker und frei, was den besonderen Charme des Stoffes ausmacht. Zusätzliche Bindung entsteht durch die nicht ganz glatten Fäden, deren Fasern sich verketten. Das Gewebe ist dicht und dennoch sehr fluffig. Durch die leicht filzige Bindung der Fäden sind die Schnittkanten sehr beständig. Musselintücher können sehr gut ohne Saum gefertigt werden.

 

Das Aussehen

Die Fäden des Stoffes werden leicht gedreht und angeraut, wodurch die gewellte Oberfläche und der Crinkle-Effekt entstehen. Außerdem kann der Stoff, je nach Qualität und Ausgangsmaterial, kleine Knötchen und leicht filzig erscheinende Oberflächen-Strukturen aufweisen. Das gehört zum typischen Erscheinungsbild und wirkt in der Regel trotzdem sehr fein und dezent. Musselintuch hat einen angenehm weichen und vollen Griff. Ähnlich ist die Double Gaze, eine asiatische Variante, die insgesamt etwas glatter oder härter ist. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass Double Gaze nicht ganz bindungsgleich ist. Im Handel werden beide Bezeichnungen oft nebeneinander für ein und dasselbe Produkt genannt. Die einfache Gaze oder auch Mull ist wieder ein anderer Stoff. Aus ihm werden Verbandmaterial, Mullbinden und Stoff-Windeln hergestellt.

 

Materialvarianten und Farben

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird dem Musselinstoff gern ein Anteil Viskose beigemengt. Die Viskose trägt zu einer zusätzlichen Verfeinerung bei, macht den Stoff weicher und verleiht ihm einen zarten Glanz. Mischgewebe fallen zudem etwas klarer und pludern nicht ganz so stark auf, wie der reine Baumwoll Musselin. Wer lange Kleider oder Röcke nähen möchte, greift also besser zu einer Mischfaser.

Relativ neu ist bei uns in Europa der Bambus Musselinstoff. In Asien wird die Bambuspflanze seit alters her zur Fasergewinnung genutzt. Bambus Stoffe verfügen, wie die Ausgangspflanze, über extrem stabile und biegbare Fasern. Zudem haben diese Gewebe ein sehr dünnes und feines Aussehen, sind zudem besonders hautverträglich und Temperatur ausgleichend.

Eine weitere Variante wird aus reiner Seide gefertigt. Seiden Musselin ist jedoch sehr selten und im normalen Handel kaum anzutreffen.

Musselin Stoffe gibt es in vielen schönen Farben, uni, gestreift oder gemustert. Wer es bunt mag, kann selbst zu intensiven Farbe greifen. Selten wirkt dieser Stoff aufdringlich. Im Gegenteil, die Farbtiefe kommt immer sehr dezent und edel daher. Helle Pastelltöne können jederzeit gut mit gelben oder roten Musselin Stoffen kombiniert werden. Zudem können Sie im gut sortierten Fachhandel auch Stoffe kaufen, die lustig bedruckt sind oder die klassischen Muster des Orients aufweisen.